PRINZEN SIND SELTEN! - KulturFocus, Sylvia Korntheuer
08. 09. 2011
...........So spannt uns auch die Künstlerin gar nicht lange auf die Folter und betritt strahlend die Bühne. Sie verzichtet völlig auf unnützen Klimbim, zieht sich nicht einmal in der Pause um, reduziert die Show auf das Wesentliche – sich und ihre Musiker. Das gesamte Programm wird ausschließlich von interessanten Eigenkompositionen (Musik und Text: Herbert Tampier) bestritten, Draxler kommt mutig zur Gänze bei ihrem Streifzug durch das Leben und Reifen einer Frau ohne platte und naheliegende Neuinterpretation irgendwelcher Coversongs aus. So präsentiert Draxler an diesem Abend die Stationen ihrer Entwicklung vom kleinen Mädchen zur reifen Frau – wollte sie noch als kleines Mädchen Prinzessin werden, schwärmt sie bald darauf von dem einen, den sie haben muß: einem Schuh. Aber auch die Jorges, Alessandros, Richards und Bruces dürfen als internationale Gigolos nach den Herrmanns, Fredis und Leos aus der Heimat auf der „Trophäenliste“ einer Frau nicht fehlen…
Draxler selbst besticht durch Authentizität, Selbstbewusstsein und entwaffnende Ehrlichkeit.
Den Schlußpunkt setzt sie gereift und gelungen mit „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm’ halt so selten dazu“. Umgesetzt hat Herbert Tampier (Musik, Text, Akustikgitarre, Vocals) diese launigen Stationen einer Frauenvita in ganz unterschiedlichen Nummern von Schnulzen, Chansons, Rock bis hin zu Country, die Susanne Draxler mit ihrer eindrucksvollen Stimme eingängig in Szene setzt. Auch die weiteren Musiker (Steve Criss, E-Gitarre und Jack Fronczek, Percussion) runden ihren Auftritt gekonnt ab.
Fazit: Launig, kurzweilig, vielseitig und nicht einmal ansatzweise depressiv. Eine gute Wahl für den Kulturherbstauftakt!
PRINZEN SIND SELTEN! - NÖN, Jacqueline Kacetl
Woche 40/2010
Humorvolle Reise durch die verschiedenen Liebes- und Lebensszenarien auf musikalisch hohem Niveau: Mit "Prinzen sind selten" hatte Susanne Draxler die Lacher auf ihrer Seite.
PRINZEN SIND SELTEN! - Wiener Zeitung, Mathias Ziegler
10. 09. 2010
Es ist nämlich Musikkabarett vom Feinsten, das die große Blonde im engen silbernen Cocktailkleid (auch ohne 90-60-90-Figur) bietet. Sie erzählt und singt von ihrer Jugend, vom Beginn ihrer Künstlerkarriere, vom Traum, ganz nach oben zu kommen und den Märchenprinzen zu finden – und von den Fröschen, die halt dann doch in der Überzahl waren.…
HÖLLISCHER HIMMEL - eine Revue! - Wiener Bezirkszeitung
16. 04. 2010
Dem Team um Regisseurin Susanne Draxler ist das gelungen, was auch bereits Roberto Benigni in seinem Film „Das Leben ist schön" umsetzen konnte: Zu einem ernsten Thema darf herzhaft gelacht werden! Und das ganz ohne schlechtes Gewissen.
HÖLLISCHER HIMMEL - eine Revue! - Falter, Bettina Hagen
22. 4. 2010
Die Hölle, das sind die anderen: Revue im Kosmos (Konzept u. Regie: Susanne Draxler).
Von der ersten Minute an überzeugen neben der Musik und den Liedtexten von Herbert Tampier die unterschiedlichen Tonfälle der Damen. Allen voran amüsiert Linde Prelog als weinerliche Wessely, deren Wienerisch Strudelteigqualität besitzt, während Susanne Rader, die in der Verkörperung von Marlene Dietrich schon Routine hat, den uneinsichtigen Kolleginnen nicht nur im übertragenen Sinn Saures gibt - und Sauerkraut serviert.
HÖLLISCHER HIMMEL - eine Revue! - Wiener Zeitung,
Helene Kurz, 16. 4. 2010
Eine postmortale Wohngemeinschaft
Susanne Draxler (Konzept und Regie) lässt in "Höllischer Himmel", einer Uraufführung und Eigenproduktion des KosmosTheaters, die vier Diven aufeinander prallen. Susanne Rader verkörpert die Dietrich mit sarkastisch-schnippischem Unterton und Linde Prelog beherrscht die nasal-schwülstige Sprechweise der Paula Wessely par excellance. Beide verkörpern ihre Rollen grandios und sorgen für höllisch gute Unterhaltung.
NEW YORK LADY - Kurier, Werner Rosenberger, 31. 01. 2007
Die Schauspielerin und Sängerin Susanne Draxler kehrt in ihrer kurzen wie kurzweiligen Hommage "New York Lady" - mit Musik von Herbert Tampier - im Stadttheater Walfischgasse die Facetten einer schillernden Persönlichkeit hervor, gibt sich exaltiert, aufgedreht und hat ein erfrischend loses Mundwerk. Eben das von "Dottie", die zeitlebens launisch und kapriziös, herrlich unlogisch und widersprüchlich sein konnte:" Ich war immer lieb. Anfangs. Es ist leicht, zu Menschen nett zu sein, bevor man sie liebt." Wie die Draxler die Parker als Romantikerin mit Hang zum Zynismus, vorführt, macht Lust darauf, wieder zu lesen, wie sie etwa in den "New Yorker Geschichten" bissig bis melancholisch die Schwächen ihrer Mitmenschen beschreibt oder erklärt, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen. Was wir irgenwie eh schon immer ahnten, aber selten so drastisch und doch amüsant vorgeführt bekommen.
NEW YORK LADY - dieStandard, Dagmar Buchta, 30. 01. 2007
Die musikalisch-satirischen Szenen mit Texten von Dorothy Parker feierten im Stadttheater Walfischgasse Premiere. Dorothy Parker zu verkörpern, das ist schon eine Aufgabe, die es in sich hat. Die verschiedenen und teils sich widersprechenden Facetten dieser großartigen Persönlichkeit glaubwürdig und dennoch mit Witz darzustellen, da gehört nicht bloß Talent, sondern vor allem Einfühlungsvermögen dazu. Doch Susanne Draxler meistert den Spagat zwischen der Darstellung des exzentrischen Anteils einer Dame von Welt ebenso als das Mimen der politischen Humanistin und der gefühlsbetonten verletzlichen Frau, die an der - zu wenig erwiderten - Liebe zu Männern leidet. Ihr Schauspiel grenzt an eine Echtheit, in die frau/man sich hinein fallen lassen kann, als bewege und erlebe man real die biografische Geschichte im New York der 30er-Jahre. Natürlich liefern alleine die Texte von Dorothy Parker ein wundervoll reichhaltiges Fundament, doch ohne passende Ideen der Umsetzung und der entsprechenden schauspielerischen Begabung - Tanzen und Singen inklusive - hätte es auch eine platte Form werden können. Begleitet von Herbert Tampier, der Zwischentexte liest und musikalisch untermalt, sowie der Inszenierung von Claudia Martini ist die schwierige Aufgabe wirklich gelungen.
LOVE LETTERS - Klein & Kunst, S. Wasshuber, 27. 02. 2006
Inhaltlich sind A.R. Gurney’s Love Letters nichts Neues – doch die Inszenierung von Susanne Draxler entstaubt den Text und sorgt für frischen Wind: So belassen es Karin Resch und Herbert Tampier nicht beim bloßen Vorlesen – wie es einst Linda Gray und Larry Hagman im Vienna´s English Theatre taten. War auch amüsant, aber hatte bedeutend weniger Esprit. Draxler lässt die Figuren auf der kleinen, schummrigen Kellerbühne auch interagieren. Die Briefe
bleiben nicht nur statische Texte, sondern werden zu bisweilen schwungvollen, lebendigen Dialogen. Derart beschleunigt lassen sich auch die Knackpunkte der gescheiterten Beziehun ausmachen, etwa wenn Melissa ihrem jugendlichen Verehrer eröffnet, dass sie in ihm eher einen Freund, einen Bruder sieht. Sowas verschmerzt mann nur schwer. Noch ein Schäuferl zugelegt wird nach der Pause: Emotionen satt – angedeutet schon durch Melissas knallrotes Satinkleid. Ein gelungener Abend in einer netten Location – im Keller des Neu Wien, wo sich die Gewölbenischen ideal für die begrenzte Szenerie eignen.
LOVE LETTERS - diestandard, Dagmar Buchta, 28. 02. 2006
"Love letters" erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen Melissa und Andy, die in der Kindheit beginnt und sich zu einer Liebe ausweitet, die lange Zeit nicht bewusst, nicht ausgesprochen
wird. Ein Kabarett im eigentlichen Sinn ist "Love letters", ein A.R. Gurney-Stück, gespielt von Karin Resch und Herbert Tampier (Regie: Susanne Draxler), das am Donnerstag im Theater Neu Wien Premiere feierte, nicht. Auch wenn die Lacheffekte, insbesondere im ersten Teil, nicht ausbleiben, stehen sowohl die Tragik einer zwischenmenschlichen Begegnung als auch ein Geschlechterverhältnis mit Symbolcharakter im Vordergrund.
Die zwei Leben, die hier vorgeführt werden, laufen in unterschiedlichen Bahnen und ebensolchen Richtungen: Er, aufrecht, rational, den gesellschaftspolitischen Konventionen angepasst, eine geradlinige Erfolgskarriere zielstrebig verfolgend. Sie, "chaotisch", emotional, psychisch sowie physisch ausufernd, ihr künstlerisches Schaffen mit allen Höhen und noch mehr Tiefen treiben lassend.
Karin Resch und Herbert Tampier brillieren in den Ausdrucksformen ihrer geschlechtsspezifischen Rollen. Sie führen eine Identifikation vor, die erschaudern lässt. Ebenso ist die szenische Umsetzung, welche durch die Kargheit der Ausstattung und die Zu- und Abwendung der Ausführenden besticht, in den Händen der Regisseurin Susanne Draxler großartig gelungen.